Eine gute Lederjacke ist eine Investition. Ob Bikerjacke aus schwerem Rindsleder oder eleganter Blazer aus Lammnappa — mit der richtigen Pflege wird sie mit jedem Jahr schöner. Ohne Pflege wird sie spröde, rissig und verliert ihren Charakter. Hier erfährst du, wie du beides verhinderst.
Glattleder vs. Wildleder: Unterschiedliche Behandlung
Das ist die erste Frage, die du klären musst. Glattleder (glänzend, geschlossene Oberfläche) und Wildleder/Nubuk (rau, samtig) brauchen komplett verschiedene Produkte.
- Glattleder: Verträgt Lederfett, Pflegecremes und Sprühimprägnierung. Kann mit einem feuchten Tuch abgewischt werden.
- Wildleder: Kein Fett, keine Creme — das verstopft die offenen Poren. Nur spezielle Wildlederpflege und Imprägnierung verwenden. Reinigung mit einer Wildlederbürste.
Glattleder-Jacke pflegen: Schritt für Schritt
Staub und Oberflächen-Schmutz entfernen
Mit einem leicht angefeuchteten Mikrofasertuch über die gesamte Jacke wischen. Keine Seife, kein Reinigungsmittel beim ersten Durchgang.
Flecken behandeln
Für lokale Flecken einen milden Lederreiniger verwenden. Collonil-Lederreiniger* sind pH-neutral und greifen die Oberfläche nicht an. Immer zuerst an einer unauffälligen Stelle testen.
Pflegen und nähren
Nach der Reinigung eine Lederpflegecreme oder Lederbalsam dünn auftragen. Nicht zu viel — Leder kann nur eine begrenzte Menge aufnehmen. Überschüsse mit einem weichen Tuch abpolieren. Bei schwererem Leder (Bikerjacke) kann auch Lederfett verwendet werden.
Imprägnieren
Besonders bei hellen Lederjacken empfehlenswert. Ein Imprägnierspray für Glattleder aufsprühen und trocknen lassen. Das schützt vor Wasserflecken und leichtem Regen.
Wann die Jacke Pflege braucht
- Das Leder fühlt sich trocken oder steif an
- Feine Risse werden sichtbar (erste Warnsignale)
- Die Farbe wird heller oder fleckig
- Nach starkem Regen oder Durchnässung
- Vor der Einlagerung über den Sommer
Richtig lagern
Lederjacken gehören auf einen gepolsterten Kleiderbügel — kein Drahtbügel, der drückt Schulterpartien ein. Nicht in Plastik einpacken, Leder muss atmen. Einen Stoffbeutel oder ein altes Bettlaken darüber hängen reicht als Staubschutz. Lagerort: trocken, nicht zu warm, nicht in direktem Sonnenlicht.
Wir haben eine Bikerjacke aus den 90ern, die regelmässig mit Lederfett behandelt wird. Das Leder ist weicher als am ersten Tag. Der Trick ist Regelmässigkeit — zweimal im Jahr reicht völlig aus, aber konsequent.
Häufige Fragen
Ja, aber nur in eine Spezialreinigung für Leder. Normale chemische Reinigung kann das Leder austrocknen und die Farbe verändern. Kosten liegen meist zwischen 40 und 80 Euro.
Schimmel mit einem trockenen Tuch abwischen, dann die Stelle mit einer Mischung aus Wasser und etwas Essig (Verhältnis 3:1) abtupfen. Danach gut trocknen lassen und mit Lederpflege nachbehandeln. Bei starkem Befall: zum Fachmann.